Hessische Landesfeuerwehrschule geht in der Gruppenführerausbildung neue Wege

Am 2. September fiel an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel der Startschuss für eine neue Ära. Neudeutsch würde man es wohl „Kick-off-Veranstaltung“ nennen und angesichts dessen, was da seinen Anfang nahm, ist der Begriff gar nicht einmal so unpassend.

HLFS_Kick_Off_e-learning_GF_02092019 Haaß (63).JPG

Kick-off-Veranstaltung
Stefan Heyer im Rahmen der Unterrichtseinheit "Einsatztaktik" an der Planübungsplatte.

Erstmals in der Geschichte der HLFS werden angehende Gruppenführerinnen und Gruppenführer nicht mehr im Rahmen eines klassischen Lehrgangs durchgehend vor Ort ausgebildet, sondern in Form eines sogenannten „Blended Learning“ im „Lehrgang Gruppenführer (e-learning)“. Man sei gespannt und durchaus ein Stück weit euphorisch im Hinblick auf den Verlauf des etwas anderen Gruppenführerlehrgangs, erklärte Projektleiter Ansgar Knott bei der Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Erwin Baumann, Direktor der Landesfeuerwehrschule, zeigte sich von dem neuen Konzept jedenfalls überzeugt. Die Nutzung digitaler Medien berge sowohl für Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie auch für die Schule große Möglichkeiten, betonte der Schulleiter: „Ich denke, wir müssen uns dafür öffnen.“ Die Umsetzung des E-Learning-Lehrgangs sei für die Landesfeuerwehrschule mit einen erheblich Arbeitsaufwand verbunden gewesen, sagte der Direktor und bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche in die umfangreichen Vorbereitungen eingebunden waren.

Lehrgang Gruppenführer (e-learning)
Die Umsetzung des E-Learning-Lehrgangs sei für die Landesfeuerwehrschule mit einen erheblich Arbeitsaufwand verbunden gewesen, sagte der Direktor Baumann

Das innovative Projekt orientiere sich an der Lebenswirklichkeit der jüngeren Generation und trage dazu bei Familie, Beruf und Feuerwehr besser miteinander zu vereinbaren, stellte der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbands Hessen, Dr. Christoph Weltecke, zufrieden fest: „Durch diese Form des selbstbestimmten Lernens werden wir in die Lage versetzt, noch mehr Kameradinnen und Kameraden gerade für Führungsaufgaben zu schulen.“ Herr Dr. Weltecke machte deutlich, dass auch der Landesfeuerwehrverband voll und ganz hinter dem „Gruppenführerlehrgang (e-learning)“ stehe und diesen mit Interesse begleite und unterstütze.

Die meisten der dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilotlehrgangs entschieden sich für die E-Learning-Variante, weil sie aus den unterschiedlichsten Gründen für den normalen Gruppenführerlehrgang bislang keine Zeit hatten. Für ihn sei es wichtig, dass ihn sein Arbeitgeber nur fünf Tage freistellen müsse und nicht zehn, sagte Stefan Heyer von der Feuerwehr Schenklengsfeld. Ein anderer Gruppenführeraspirant betonte, dass er überhaupt nur mit dem Lehrgang angefangen habe, weil dieser nun auch als E-Learning-Kurs verfügbar sei.

Kick-off-Veranstaltung
Die theoretischen Grundlagen für den „Lehrgang Gruppenführer (e-learning)“ müssen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer größtenteils zu Hause selbst erarbeiten. Im Bild der Schenklengsfelder Feuerwehrmann Stefan Heyer am Laptop in der heimischen Küche.

Der neue „F-III e-learn“ umfasst zwar auch Präsenzphasen für die praktische Ausbildung an der Landesfeuerwehrschule, der theoretische Unterricht erfolgt im Wesentlichen aber auf einer Onlineplattform von zu Hause aus. Hier liege auch die größte Herausforderung, sind sich Ausbilder und Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer sicher.

Der Wissenserwerb erfordert nicht nur gewisse computertechnische Grundkenntnisse, sondern auch ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin. Die Landesfeuerwehrschule empfiehlt pro Woche mindestens vier 45-minütige Unterrichtseinheiten. Gerade dieses selbstständige Arbeiten sei für ihn persönlich ein großer Vorteil, meint Stefan Heyer: „Ich kann den Lehrstoff lernen, wenn ich dafür Zeit habe – zum Beispiel wenn meine beiden Kinder schlafen oder auch mal zwischendurch in der Mittagspause.“

Hessen-Navigator

Wie können wir Ihnen helfen? Geben Sie einen Suchbegriff ein.