Fachempfehlung für die Durchführung der Aus- und Fortbildung in der Feuerwehr

Sehr geehrte Damen und Herren,

die vergangenen Wochen haben alle Feuerwehrangehörigen vor neue Herausforderungen gestellt. Oberste Prämisse bei allen Maßnahmen und Tätigkeiten: Die Einsatzbereitschaft der aktiven Einsatzkräfte sicherstellen!

Aufgrund der derzeit positiven Entwicklung bei der Vermeidung der weiteren Ausbreitung der Coronapandemie besteht der Wunsch bzw. das Erfordernis, den regulären Dienstbetrieb bei Freiwilligen Feuerwehren schrittweise wiederaufzunehmen. Es ist hierbei Aufgabe des Trägers der Feuerwehr abzuwägen, inwieweit und in welchem Umfang dies in der aktuellen Situation möglich und vertretbar ist. Diese Entscheidung muss unter Berücksichtigung der örtlichen Pandemielage und gegebenenfalls vorhandener Landesregelungen erfolgen.

Vor Wiederaufnahme des Dienstbetriebes ist durch den jeweiligen Träger festzulegen, inwieweit individuelle Maßnahmen umzusetzen sind, damit die dazu nötige Ausrüstung (z. B. Mund-Nase-Bedeckung/-Schutz, Atemschutz, Hygieneartikel) zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat eine Reihe von Empfehlungen für Einsatzkräfte zum Umgang mit bzw. zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 sowie pandemiebedingten Einschränkungen erarbeitet. Die Publikationen wurden letztmalig am 07. Mai 2020 aktualisiert (siehe unten). Dabei sind Punkte wie „Allgemeine Maßnahmen für alle Einsatzkräfte“, „Maßnahmen der Trägerin oder des Trägers der Feuerwehr“ und auch „Reduzierung des gegenseitigen Infektionsrisikos“ hervorzuheben. Diese Maßnahmen bilden die Grundlage für die Durchführung der Aus- und Fortbildung.

In Ergänzung dieser Maßnahmen möchte ich Ihnen folgende Hinweise für die Durchführung der Aus- und Fortbildung in der Feuerwehr (am Standort) geben:

  • Das Robert Koch Institut empfiehlt in allen Bereichen nach Möglichkeit Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten (siehe Anlage). Mindestens 1,5 Meter Abstand halten sowie Händehygiene und Hustenetikette einzuhalten ist das oberste Gebot.
  • Der theoretische und praktische Unterricht sollte daher ggf. in reduzierter Gruppengröße erfolgen, sodass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen sichergestellt werden kann. Die Größe einer Lerngruppe an der HLFS beträgt in der Regel 15 Personen.
  • Kann das Abstandsgebot, beispielsweise in der praktischen Ausbildung, nicht eingehalten werden, sollten alle Beteiligten mindestens einen einfachen Mund-Nasen-Schutz tragen und versuchen den Abstand schnellstmöglich wiederherzustellen.
  • Praktische Ausbildungsteile sollten nach Möglichkeit durch theoretische Formate ersetzt werden. So könnten z. B. für die Führungsausbildung verstärkt Planübungen anstatt von Einsatzübungen eingesetzt werden.
  • Möglichkeiten des Fernlernens sollten genutzt werden. Mit einer web-basierten Lernplattform bzw. Learning Management System (LMS) lassen sich Lerninhalte bereitstellen und Lernvorgänge organisieren. Kostengünstige Programme sind am Markt erhältlich.
  • Auf der Website der HLFS werden im Downloadbereich umfangreiche Lehr- und Lernunterlagen für das Selbststudium angeboten. Unter anderem können diese als Grundlage für das Fernlernen genutzt werden.
  • Eine Unterweisung aller Feuerwehrangehörigen, wie Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden können, sollte im Vorfeld stattfinden.
  • Einsatzkräfte, bei denen grippeähnliche Symptome erkennbar sind, die sich in Quarantäne befinden oder als Verdachtsfall gelten, dürfen nicht an Maßnahmen der Feuerwehr teilnehmen, bis sich der Verdacht nachweislich nicht bestätigt hat.

Bitte leiten Sie diese Information an die Feuerwehren in Ihrem Zuständigkeitsbereich weiter.

Mit freundlichem Gruß

gez. Dipl.-Ing. Baumann
Direktor

Hessen-Suche